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Existenzgründung

Gründergeschichten - Jungunternehmer im Gespräch

Die Gründergeschichten beleuchten erfolgreiche junge Unternehmen aus dem Altmarkkreis Salzwedel. Im Interview mit der Wirtschaftsförderung berichten Gründerinnen und Gründer über ihre Motivation, die Herausforderungen und Lösungen beim Aufbau ihres Unternehmens. Die Gründergeschichten sollen die öffentliche Wahrnehmung von Existenzgründern verbessern und Gründungsinteressierten bei der Umsetzung des eigenen Vorhabens helfen. Das Format wurde im Oktober 2024 gestartet und erscheint künftig alle zwei Monate. Die Interviews führt Frau Suzanne Schulz, Existenzgründungsberaterin des Altmarkkreises Salzwedel.

Pflegesachverständige Kati Drebenstedt - Hansestadt Gardelegen (14.01.2026)
Logo Pflegesachverständige Kati Drebenstedt
  • Firmenname: Pflegesachverständige Kati Drebenstedt
  • Gründungsdatum: 26.06.2023
  • Branche: Sozialwesen
  • Inhaber: Kati Drebenstedt
  • Kurzportrait
    • Frau Drebenstedt ist examinierte Krankenschwester und zertifizierte Pflegesachverständige im Gesundheitswesen mit langjähriger Berufserfahrung im sozialmedizinischen Bereich (SGB XI). Sie beschreibt sich als empathisch, kommunikativ und fachlich kompetent. Sie liebt den Kontakt mit Menschen.  Hilfe zu geben und zu organisieren verschafft ihr Zufriedenheit und Erfüllung.
  • Kontakt

Suzanne Schulz, Altmarkkreis Salzwedel (SuS): Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und welche Dienstleistung bzw. Produkte bietet Ihr Unternehmen an?
Kati Drebenstedt: Ich berate und unterstütze Menschen, individuell nach ihrer Lebenssituation und ihrem Bedarf, im Rahmen der Leistungen der sozialen Pflegeversicherung (SGB XI). Weiterhin helfe ich in sozialen Fragestellungen, etwa dem Antrag auf Schwerbehinderung oder zur Hilfsmittelversorgung. Dazu gehören die Unterstützung der Antragstellung, die Begleitung der Gutachtung und die Durchsetzung der Leistungsansprüche gegenüber dem medizinischen Dienst und den Pflegekassen.

SuS: Was hat Sie motiviert sich selbstständig zu machen?
Kati Drebenstedt: Über 27 Jahre arbeitete ich als Einzelfallgutachterin. Dabei entstand der Wunsch nach Selbstständigkeit, Selbstorganisation und unabhängigem Arbeiten.

SuS: Welche Herausforderungen haben Sie mit der Gründung oder Übernahme Ihres Unternehmens erlebt?
Kati Drebenstedt: Die Vorbereitungsphase der Gründung sowie die Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen und buchhalterischen Anforderungen.

SuS: Wie lange war die Vorbereitungszeit zur Gründung und welche Unterstützung haben Sie in Anspruch genommen?
Kati Drebenstedt: Ich begann ca. ein Jahr vor der Gründung mit der Planung. Sehr wertvoll für mich war dabei die Unterstützung durch die Gründungsberatung des Altmarkkreises Salzwedel, weil alle wichtigen Aspekte einer Gründung besprochen wurden. Viele Stolpersteine konnte ich dadurch vermeiden, an die ich im Vorfeld nie gedacht hätte.

SuS: Wie bewerten Sie Ihr erstes Jahr als Unternehmer? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt und würden Sie wieder gründen?
Kati Drebenstedt: Die ersten sechs Monate liefen langsam an. In dieser Zeit sammelte ich erst einmal wichtige Erfahrungen mit den Institutionen und deren Reaktionen auf meine Tätigkeit und meine Angebote. Eine große Hilfe war der Gründungszuschuss der Arbeitsagentur. Er gab mir eine finanzielle Sicherheit. Auf jeden Fall würde ich diesen Schritt wieder tun.

SuS: Worauf sind Sie besonders stolz?
Kati Drebenstedt: Auf meine bis heute erreichten Ergebnisse und meine persönliche Stärke – Ruhe zu bewahren. Die positive Resonanz und die Dankbarkeit meiner Klienten, machen mich stolz und übertreffen meine Erwartungen.

SuS: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
Kati Drebenstedt: Der Bedarf an meiner Arbeit ist sehr hoch. Es geht weiter...

SuS: Was hätten Sie gern vor Ihrer Gründung gewusst?
Kati Drebenstedt: Durch die eigene berufliche Erfahrung, intensive Vorbereitung und die Gründungsberatung wurden alle offenen Fragen thematisiert und beantwortet. Somit bin ich unvoreingenommen in die Selbstständigkeit gegangen.

SuS: Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde im Januar 2026 in Gardelegen geführt.

Gründungsberaterin Suzanne Schulz und Kati Drebenstedt im Januar 2026    
 
bytehaus GmbH - Jeffrey Reichardt und Benjamin Ullrich - Hansestadt Salzwedel (28.11.2025)
Logo der bytehaus GmbH
  • Firmenname: bytehaus GmbH - IT-Systemhaus für Unternehmen
  • Gründungsdatum: 01.05.2024
  • Branche: IT-Services im B2B Bereich
  • Inhaber: Jeffrey Reichardt und Benjamin Ullrich
  • Kurzportrait
    • Jeffrey Reichardt und Benjamin Ullrich begleiten mit der DevLabor GmbH seit über zehn Jahren Unternehmen bei der digitalen Transformation. Mit der Neugründung der bytehaus GmbH erweitern Sie das Leistungsspektrum um IT-Support, Managed Services und KI-Lösungen.
  • Kontakt

Suzanne Schulz, Altmarkkreis Salzwedel (SuS): Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und welche Dienstleistung bzw. Produkte bietet Ihr Unternehmen an?
Jeffrey Reichardt: bytehaus ist ein IT-Dienstleister, der sich komplett auf Geschäftskunden spezialisiert hat. Unser Ziel ist es, IT für Unternehmen einfach, sicher und planbar zu machen. Wir bieten Managed Services, also betreute IT-Pakete auf Abonnement-Basis. Ergänzt wird das durch IT-Beratung, Cloud- und KI-Lösungen und den Aufbau moderner IT-Infrastrukturen. Was uns besonders auszeichnet, ist unser ganzheitlicher Ansatz: Wir verstehen uns als Partner, der nicht nur technische Probleme löst, sondern Unternehmen digital weiterbringt, was Zeit, Kosten und Nerven spart.

SuS: Was hat Sie motiviert sich selbstständig zu machen?
Benjamin Ullrich: Die Motivation war eigentlich dieselbe wie damals bei unserer ersten Gründung mit DevLabor: eigenverantwortlich arbeiten und etwas Eigenes aufbauen. Die Gründung von bytehaus war quasi der nächste logische Schritt. Die Nachfrage nach IT-Services und Support ist riesig, denn viele alteingesessene IT-Systemhäuser wurden Anfang der Neunziger gegründet und die Inhaber befinden sich nun in oder kurz vor der Rente. Ohne geeigneten Nachfolger, stehen die Kunden ohne Betreuung da, und genau da kommen wir ins Spiel, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Außerdem hat sich der Markt verändert: Heute erwarten Unternehmen planbaren Service im Abo statt klassische „Feuerwehreinsätze“, bei denen man erst ausrückt, wenn’s brennt.

SuS: Welche Herausforderungen haben Sie mit der Gründung oder Übernahme Ihres Unternehmens erlebt?
Jeffrey Reichardt: Durch die Gründung von DevLabor vor fast 13 Jahren war uns schon vieles vertraut. Die Herausforderungen waren diesmal ganz anderer Natur.Die größte Hürde war tatsächlich das Personal, also die richtigen Fachkräfte zu finden, um direkt loslegen zu können. Da wir parallel auch bei DevLabor aktiv sind, mussten wir das Team von Anfang an so aufstellen, dass der operative Betrieb funktioniert, ohne dass wir ständig selbst rausfahren.Das hat Zeit und Energie gekostet, aber inzwischen haben wir ein starkes Team aufgebaut.

SuS: Wie lange war die Vorbereitungszeit zur Gründung und welche Unterstützung haben Sie
in Anspruch genommen?

Jeffrey Reichardt: Die Vorbereitung hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert. In der Zeit haben wir viel geplant, ausprobiert und natürlich den Businessplan ausgearbeitet. Weil wir schon Erfahrung im Gründen hatten, wussten wir grob, worauf es ankommt. Einige Abläufe und Anforderungen waren vor 13 Jahren allerdings noch anders, deshalb haben wir uns digital Unterstützung geholt, mit KI-Tools. Das war tatsächlich eine große Hilfe, um Abläufe zu strukturieren und unser Wissen aufzufrischen.

SuS: Wie bewerten Sie Ihr erstes Jahr als Unternehmer? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt und würden Sie wieder gründen?
Benjamin Ullrich: Absolut – das erste Jahr lief sehr gut. Unser Ziel war es, zehn Unternehmen mit unseren Managed Services zu betreuen. Dieses Ziel haben wir nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen: Nach gut eineinhalb Jahren betreuen wir bereits über 30 Firmen in der Region mit festen Verträgen. Der Start war zwar herausfordernd, vor allem personell, aber wir haben durchgehalten und den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Die Nachfrage bestätigt, dass unser Konzept funktioniert – und ja, ich würde jederzeit wieder gründen.

SuS: Worauf sind Sie besonders stolz?
Benjamin Ullrich: Darauf, dass sich unsere Arbeit auszahlt. Wir haben viele Nerven und unzählige Stunden in bytehaus gesteckt und zu sehen, dass das Angebot angenommen wird, freut einen natürlich sehr. Worauf wir auch stolz sind: Dass wir so schnell Ausbildungsbetrieb geworden sind. Nachwuchsförderung ist uns wichtig, denn gute IT-Fachkräfte wachsen nicht auf Bäumen. Zu sehen, dass unser Team wächst und Kunden uns ihr Vertrauen schenken, ist ein schönes  Erfolgserlebnis.

SuS: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
Jeffrey Reichardt: In fünf Jahren wollen wir der führende IT-Dienstleister für Unternehmen in der Altmark und in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Stendal sein. Wir möchten, dass Unternehmen in der Region sagen: „Wenn’s um IT geht – dann bytehaus.“ Außerdem werden KI-Themen und Automatisierung noch stärker in den Fokus rücken. Wir wollen hier Maßstäbe setzen – sowohl technisch als auch im Service.

SuS: Was hätten Sie gern vor Ihrer Gründung gewusst?
Benjamin Ullrich: Wir waren ja keine klassischen Gründer mehr – aber manches hat sich seit damals stark verändert. Was ich vielleicht gern früher gewusst hätte: wie wertvoll es ist, zeitig ein gutes Team aufzubauen und Prozesse zu standardisieren. Das spart später unglaublich viel Zeit und Nerven.

SuS: Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde im November 2025 in Salzwedel geführt.

Jeffrey Reichardt und Benjamin Ullrich Gründungsberaterin Suzanne Schulz mit den beiden Gründern der bytehaus GmbH.  
 

PFS Holding GmbH- Pumpenfabrik Salzwedel - Jan Rakowske - Hansestadt Salzwedel (12.06.2025)
Logo PFS Holding GmbH

Suzanne Schulz, Altmarkkreis Salzwedel (SuS): Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und welche Dienstleistung bzw. Produkte bietet Ihr Unternehmen an?
Jan Rakowske: Wir lehnen grundsätzlich keinen Kunden oder Projekte ab, wenn es sich um die Fertigung von Dosier- und Kolbenpumpen, den Prototypenbau oder hochpräzise CNC-Bauteilefertigung handelt.

SuS: Was hat Sie motiviert sich selbstständig zu machen?
Jan Rakowske: Der Wunsch, die eigenen Ideen und Produkte in die Wirklichkeit umzusetzen. Ich musste schnell reagieren, sonst wäre die vorangegangene Firma Pumpenfabrik Salzwedel GmbH gänzlich liquidiert worden. Zwei Mitarbeiter waren noch angestellt. Diese wären kurz vor der Rente in die Arbeitslosigkeit gegangen.

SuS: Welche Herausforderungen haben Sie mit der Gründung oder Übernahme Ihres Unternehmens erlebt?
Jan Rakowske: Finanzierung und Businessplan! Wie kommuniziert man seine eigene Vision, wenn sie noch nicht konkret ist? Ich gehöre eigentlich an keinen Schreibtisch und muss mit meinen Händen arbeiten dürfen. Die Finanzbuchhaltung und "alles auf Papier" sind wiederkehrende Herausforderungen.

SuS: Wie lange war die Vorbereitungszeit zur Gründung und welche Unterstützung haben Sie
in Anspruch genommen?

Jan Rakowske: Die Vorbereitungszeit betrug ca. 6 Monate. Ich Nebenerwerb war ich bereits 2 Jahre tätig. Zur Vorbereitung habe ich die Existenzgründungsberatung vom Altmarkkreis genutzt. Unterstützt haben mich auch die übernommenen Kollegen.

SuS: Wie bewerten Sie Ihr erstes Jahr als Unternehmer? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt und würden Sie wieder gründen?
Jan Rakowske: Feste Erwartungen hatte ich keine. Ich will lernen und schaffen - beides durfte ich. Insgesamt war das 1. Jahr aufregend, sowohl positiv wie auch negativ. Ich war viel Arbeit durch meinen Nebenerwerb gewohnt, aber mit dieser Arbeitslast hattee ich nicht gerechnet. Es wird einem mit der Bürokratie aktuell nicht leicht gemacht. Nochmals würde ich den Entschluss eine Firma zu übernehmen, in der gesamten jetzigen Situation, sehr stark überdenken.

SuS: Worauf sind Sie besonders stolz?
Jan Rakowske: Auf meine Kollegen (Mitarbeiter). Und darauf, bereits 3 Jahre überlebt zu haben. Die Zahlen sind okay und wir können davon Löhne bezahlen und Investitionen tätigen.

SuS: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
Jan Rakowske: Ich hoffe mit unseren Produkten deutschlandweit bekannt zu werden.

SuS: Was hätten Sie gern vor Ihrer Gründung gewusst?
Jan Rakowske: Mit wieviel Papier und Hürden man als kleiner Unternehmer zu kämpfen hat.

SuS: Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde im Juni 2025 in Salzwedel geführt.

Das Team der Pumpenfabrik Salzwedel vor dem Unternehmenssitz am Brietzer Weg in Salzwedel Jan Rakowske hat sichtlich Spaß bei der Arbeit an der Werkbank. Jan Rakowske mit Partnerin Sarah Schwenecke (ebenfalls erfolgreiche Jungunternehmerin) mit dem Wirtschaftspreis Altmark 2024
 

Campingplatz „Im grünen Elsebusch“ - Bettina Hüls - Luftkurort Arendsee (17.12.2024)
Logo Campingplatz „Im grünen Elsebusch“
  • Firmenname: Campingplatz „Im grünen Elsebusch“
  • Gründungsdatum: 15.07.2021
  • Branche: Beherbergung und Gastronomie
  • Inhaber: Bettina Hüls
  • Kurzportrait
    • Bettina Hüls ist ein fröhlicher, sehr offener und lebensbejahender Mensch. Ihren Optimismus und ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zieht die 53jährige aus ihrer jahrzehntelangen Berufserfahrung als Gastronomin und Betriebsleiterin mehrerer größerer Unternehmen der Freizeitbranche. Mit dem eigenen Campingplatz und Cafe in Arendsee verwirklicht sie ihren Traum von einem Wohlfühlort getreu dem Motto „Life is better in Flip Flops“.
  • Kontakt

Suzanne Schulz, Altmarkkreis Salzwedel (SuS): Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und welche Dienstleistung bzw. Produkte bietet Ihr Unternehmen an?
Bettina Hüls: Im Mittelpunkt der Dienstleistung steht die Bewirtschaftung eines kleinen aber feinen Campingplatzes, dessen Angebot sich vorrangig an Wohnmobilisten und Caravancamper richtet. Als zusätzliches Standbein hat sich der Cafebetrieb entwickelt, der sich mit ausschließlich selbstgebackenem Kuchen und Torten sehr schnell eine große Fangemeinde erschließen konnte.

SuS: Was hat Sie motiviert sich selbstständig zu machen?
Bettina Hüls: Die Vorstellung, noch einmal etwas „Eigenes“ zu schaffen, ist in mir schon länger gereift. Ich denke, solche Gedanken haben viele Leute, die in ihrer Arbeit sehr erfolgreich aber dennoch abhängig beschäftigt sind und Weisungen unterliegen. Selbst zu bestimmen und Ideen umzusetzen kann sehr befriedigend sein. Als dann 2020 das optimal passende Objekt in Arendsee zum Verkauf stand, war der Zeitpunkt gekommen, den Sprung in die Selbständigkeit tatsächlich zu wagen.

SuS: Welche Herausforderungen haben Sie mit der Gründung oder Übernahme Ihres Unternehmens erlebt?
Bettina Hüls: Der Weg in die Selbständigkeit war mit einem kompletten „Umkrempeln“ meines bisherigen Lebens verbunden. Mein Partner und ich haben nicht nur unsere Angestelltenjobs aufgegeben sondern auch unseren bisherigen Lebensmittelpunkt in Köln. Was nicht abzusehen war jedoch erschwerend hinzukam, waren die Auswirkungen der Coronapandemie, welche die Verwirklichung eines Projektes im Tourismus-bzw. Gastronomiebereiches geradezu verrückt erscheinen ließ. Es bedurfter erheblicher Zuversicht, in dieser Situation an der Entscheidung festzuhalten und den Weg weiter zu verfolgen.

SuS: Wie lange war die Vorbereitungszeit zur Gründung und welche Unterstützung haben Sie
in Anspruch genommen?

Bettina Hüls: Die eigentliche Vorbereitung war sehr kurz. Als der Kauf der Immobilie mit der bestehenden Infrastruktur fest stand, konnte mit den konkreten Planungen einer ersten unternehmerischen Betätigung begonnen werden. Für die Finanzierung haben wir mit der Sparkasse Altmark West einen kompetenten Partner gefunden. Und für den Gründungszuschuß war die Arbeitsagentur der Ansprechpartner. Große Unterstützung hatten wir auch durch einige Freunde, die in der Lockdownzeit gerne bereit waren, den Platz in Arendsee mit herzurichten.

SuS: Wie bewerten Sie Ihr erstes Jahr als Unternehmer? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt und würden Sie wieder gründen?
Bettina Hüls: Rückblickend kann man sich eigentlich nur wundern, wie alles gelaufen ist. Bereits das erste Jahr erfüllte die Erwartungen, trotz Lockdown und 3G-Regel. Die Menschen waren einfach heiß darauf, endlich wieder etwas zu unternehmen und der Campingtourismus erlebte in dieser Zeit gerade einen Boom, welcher immer noch anhält. In ähnlicher Situation würde ich jederzeit wieder gründen.

SuS: Worauf sind Sie besonders stolz?
Bettina Hüls: Im Jahr 2022 wurde ich mit dem Wirtschaftspreis Altmark im Bereich Existenzgründung ausgezeichnet. Schon nach so kurzer Zeit eine solche Anerkennung für die eigenen Leistungen zu erhalten, kam überraschend. Die tägliche Arbeit betrachtet man ja selbst oft als notwendig und weniger berichtenswert. Das viele andere Menschen das eigene Wirken jedoch außergewöhnlich und großartig finden und auch honorieren hat mich sehr glücklich gemacht.

SuS: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
Bettina Hüls: Dann haben wir 2029. Nun, ich sehe einen kleinen aber feinen Campingplatz, der eine tolle und zeitgemäße Infrastruktur für den weiter boomenden Campingtourismus bietet. Die Stromversorgung ist hoffentlich autark, die Dächer verfügen über PV-Anlagen. Und die vor fünf Jahren gepflanzten Bäume und Sträucher tragen üppige Früchte für meine hausgemachten Marmeladen und Obstkuchen.

SuS: Was hätten Sie gern vor Ihrer Gründung gewusst?
Bettina Hüls: Vielleicht ist es gar nicht so gut, etwas Bestimmtes vorher zu wissen. Manche Leute, die gründen könnten, machen nie ihr eigenes Ding, weil sie alle möglichen Probleme antizipieren wollen und regelrecht „zerdenken“. Ein Unternehmen aufziehen und vorantreiben ist zeitaufwendig und anstrengend. Aber Lösungen finden, die Bürokratie bewältigen und ein Team zu bilden und wachsen zu lassen, das kann man kaum planen, aber wenn es gelingt, ist es höchst befriedigend.

SuS: Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde im Oktober 2024 im Luftkurort geführt.

Bettina Hüls mit ihrem Partner auf dem Campingplatz, 15.10.2024 „Life is better in Flip Flops“, © Campingplatz "Im Elsebusch" Bettina Hüls vor der Rezeption, 15.10.2024
 

VANactive - Hannes Wißwe - Hansestadt Salzwedel (09.10.2024)
Logo VANactive

 


Suzanne Schulz, Altmarkkreis Salzwedel (SuS): Was zeichnet Ihr Unternehmen aus und welche Dienstleistung bzw. Produkte bietet Ihr Unternehmen an?
Hannes Wißwe: Wir, von VANactive, stellen vollkommen durchdachte Camper her. Durch Einsatz modernster Technologien wie CNC-Holzfräsen oder Softwarelösungen mit 3D-Konstruktionsprogrammen gelingt es, aus Neuen und gebrauchten Transportern jeden Kundenwunsch so umzusetzen, dass das Fahrzeug weiterhin als Personenbeförderungswagen genutzt werden kann sowie jederzeit das Reisen möglich ist. Da jeder Auftrag individuell ist, gibt es stets Neuentwicklungen aus der eigenen Produktion. Dadurch können wir die besten Systeme für unsere Kunden bieten und gehen stets zukunftsweisend mit der Zeit.

SuS: Was hat Sie motiviert sich selbstständig zu machen?
Hannes Wißwe: Die Gründungsidee meiner Firma VANactive entstand aus meiner persönlichen Begeisterung für das Reisen mit dem „Bulli“. Als leidenschaftlicher Camper wollte ich immer flexibel, aber auch komfortabel reisen und dabei an den für mich schönsten Orten rasten. Diese Vision wollte ich nicht für mich behalten, sondern auch allen anderen Campern diese Möglichkeit bieten. So entstand die Idee, Transporter bis 3,5 Tonnen so umzugestalten, dass ein bequemes Reisen und Campen gegeben ist. Dabei gibt es viele verschiedene Vorstellungen unserer Kunden, die wir in die Tat umsetzen.

SuS: Welche Herausforderungen haben Sie mit der Gründung oder Übernahme Ihres Unternehmens erlebt?
Hannes Wißwe: 8 Monate nach meiner Gründung brach die Covid-Pandemie aus. Hersteller hatten Probleme mit der Produktion von Ausbaumaterialien und ich hatte mit sehr langen Lieferzeiten zu kämpfen. Die Nachfrage der Kunden war da, aber die Wartezeiten hatten einige Kunden abgeschreckt. Da ich nur ein kleines Darlehen der KfW-Bank für die Maschinen in Anspruch genommen habe, konnte ich keine großen Lagerbestände aufbauen, um die lange Wartezeit zu überbrücken.

SuS: Wie lange war die Vorbereitungszeit zur Gründung und welche Unterstützung haben Sie
in Anspruch genommen?

Hannes Wißwe: Zur Vorbereitung auf die Selbstständigkeit mussten viele Grundlagen geschaffen werden. Die Anmeldung des Gewerbes war die kleinste Hürde. Neben der Suche einer passenden Immobilie waren die Beantragung von Gründerzuschüssen des Jobcenters, die Erstellung eines Businessplans und der Einkauf von Maschinen und Material die Hauptaufgaben im Gründungsprozess. Unterstützung von Fachstellen hatte ich in dieser Zeit nicht in Anspruch genommen. Im Allgemeinen hat die Vorbereitungszeit 4 Monate gedauert.

SuS: Wie bewerten Sie Ihr erstes Jahr als Unternehmer? Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt und würden Sie wieder gründen?
Hannes Wißwe: Das erste Jahr nach der Gründung war sehr ereignis- und lehrreich. Ich habe sehr viele Lehrgänge bei verschiedenen Herstellern besucht sowie Lizenzen für verschiedene Produkte erhalten. Neben tollen Projekten ist auch die Begeisterung für das Unternehmertum gewachsen. Meine Erwartungen wurden erfüllt und ich würde jederzeit wieder gründen.

SuS: Worauf sind Sie besonders stolz?
Hannes Wißwe: Stolz bin ich besonders auf die erreichten positiven Kundenbewertungen, die Auszeichnung in meiner Branche als Existenzgründer und dass ich eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit habe.

SuS: Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in 5 Jahren?
Hannes Wißwe: Ziel ist es, das Unternehmen und den damit verbundenen Umsatz wachsen zu lassen. Unsere Mitarbeiter nehmen stetig an Fortbildungen teil, wodurch ein Camping-Kompetenzzentrum für die gesamte Region entstehen soll. Außerdem sollen die Mitarbeiterzufriedenheit sowie -bindung weiter steigen. Geplant sind auch Ausbildungsplätze im Bereich Tischlerei, Caravan-Techniker und Karosseriebau.

SuS: Was hätten Sie gern vor Ihrer Gründung gewusst?
Hannes Wißwe: Hilfreich vor der Gründung wäre eine bessere Unterstützung für Jungunternehmen aus Fördermitteln gewesen. Die vorhandenen Mittel zu beantragen, ist sehr bürokratisch aufwendig und kaum in einer Gründungsphase zu realisieren.

SuS: Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen und weiterhin viel Erfolg!

Das Interview wurde im Oktober 2024 in der Hansestadt Salzwedel geführt.

in der Werkstatt: Geschäftsinhaber Hannes Wißwe im Gespräch mit Christian Wiemann vom Altmarkkreis Salzwedel, 09.10.2024 vorm Unternehmenssitz: Hannes Wißwe erläutert Suzanne Schulz und Christian Wiemann vom Altmarkkreis Salzwedel die verbaute Campingtechnik, 09.10.2024 im Büro den Erfolg vor Augen: Preisträger im Wirtschaftspreis Altmark 2023 und Anerkennung im Mittelstandspreis 2024, 09.10.2024