Museen, Theater & Kulturinitiativen

Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe
An der Gedenkstätte 1
39638 Hansestadt Gardelegen
03907 71 61 76 03907 71 61 11

Die Gedenkstätte befindet sich am historischen Tatort des Massakers von Gardelegen. Sie erinnert an 1.016 KZ-Häftlinge aus vielen europäischen Ländern, die dort am 13. April 1945 in einer Feldscheune unweit der Hansestadt Gardelegen ermordet wurden. Zum Gelände gehört auch der Ehrenfriedhof, auf dem die Opfer des Massakers beigesetzt sind.

Der Ort steht heute exemplarisch für die Geschichte der Todesmärsche und der nationalsozialistischen Endphaseverbrechen in den letzten beiden Kriegsjahren 1944/45. Auf dem Gelände entsteht in den kommenden Jahren ein Besucher- und Dokumentationszentrum mit einer Dauerausstellung, Seminarräumen, Veranstaltungen und Bildungsangeboten für Jugendliche und Erwachsene.

Nach Gründung der DDR ließ die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ab Herbst 1949 am historischen Tatort des Massakers eine städtische Mahn- und Gedenkstätte errichten. Aus den baulichen Resten der einstigen Scheune entstand bis 1953 eine Gedenkmauer, die die ursprüngliche Außenfassade des Gebäudes andeutete.

In den 1960er und 1970er Jahren kamen weitere Elemente hinzu: Zwei Flammenschalen, eine Rednertribüne, ein Aufmarschplatz mit Paradeweg, Fahnenmasten, die "Steine der Nationen" und eine Bronzeskulptur. Eine Parklandschaft mit Pflanzungen und Wegen bedeckte nun die Fläche zwischen der Gedenkmauer und dem Ehrenfriedhof.

Die DDR-zeitliche Gestaltung veränderte das Erscheinungsbild des Geländes grundlegend. Antifaschistische Kampfparolen zierten die Gedenkmauer, der Platz vor ihr war ein Ort für Massenkundgebungen. Bis zum Ende der 1980er Jahre fand dort das offizielle Gedenken im Geiste des DDR-Antifaschismus statt. Dessen Geschichtsbild vereinnahmte alle KZ-Häftlinge pauschal als politische Widerstandskämpfer und verschwieg die (Mit-)Täterschaft der Bevölkerung am Massaker. Dennoch blieb das Gelände stets auch ein Ort für individuelles Gedenken in privater und bürgerschaftlicher Initiative.

Nach der Wiedervereinigung blieb die Gedenkstätte zunächst eine Einrichtung der Hansestadt Gardelegen. Seit 2015 befindet sie sich in landeseigener Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Die Stadt Gardelegen ist weiterhin Eigentümerin des Geländes und kümmert sich um die Pflege des Ehrenfriedhofs.

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