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Landräte unterzeichnen Vereinbarung zum „Secantsgraben“

Gemeinsame Projekte mit Unterhaltungsverband Milde/Biese und BUND zur Sicherung und zum Erhalt der Lebensbedingungen im Vogelschutzgebiet Mildeniederung sollen umgesetzt werden

Altmarkkreis Salzwedel, 24.03.2022: Der Altmarkkreis Salzwedel, der Landkreis Stendal, der Unterhaltungsverband „Milde/Biese“ sowie der BUND Sachsen-Anhalt e.V. beschließen mit der heute unterzeichneten Vereinbarung ihre Zusammenarbeit zur Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen der charakteristischen Arten sowie des Wasserhaushaltes im Vogelschutzgebiet Mildeniederung.

Das Niederungsgebiet befindet sich auf dem Territorium beider Landkreise, was eine Zusammenarbeit sehr sinnvoll und erforderlich macht“, sagt Landrat Michael Ziche. Er weiter: „Auch mit Blick auf die gemeinsam verfolgte Dachstrategie, wird das Ziel zusammen Projekte und Maßnahmen zu initiieren ganz konkret“.
v.l. Landrat Patrick Puhlmann, Vorsitzender Regionalverband BUND Sachsen Anhalt Ralf Meyer, Landrat Michael Ziche, Ulf Wißler Unterhaltungsverband Milde/Biese im Rathaus der Stadt Kalbe (Milde)
Der Erhalt und die Entwicklung dieses Niederungsgebietes entspricht dem Schutzgebietszweck des EU SPA (Vogelschutzrichtlinie) Mildeniederung/Altmark. Das Teilgebiet Secantsgrabenniederung ist durch die seit vielen Jahren maroden Wehranlagen Wartenberg, Berkau, Algenstedt und Kremkau und die dadurch erheblich geminderte Wasserhaltung in der Niederung in seinem Gebietswasserhaushalt bereits enorm beeinträchtigt und stark gefährdet.
Zunächst liegt der Arbeitsschwerpunkt für künftige Projekte daher auf eine Betrachtung des Wasserdargebots, um die Niederung mit seinen extensiven Grünländern einschließlich der Feucht- und Nasswiesen zu erhalten und zu entwickeln. Außerdem sollen zahlreiche der seit vielen Jahren maroden Wehranlagen erneuert und in ihrer Funktion wieder hergestellt werden.

Zwischen den Projektpartner wurde sich u.a. darauf verständigt, welche gemeinsamen Zielvorgaben erreicht werden sollen und welche konkreten Aufgaben die einzelnen Projektpartner dabei übernehmen werden. Weiterhin sollen Fachdaten zusammengetragen und Fördermittel beantragt werden. Eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung ist genauso geplant, wie Kooperationen mit lokalen Akteuren.
Die Vereinbarung tritt mit ihrer Unterzeichnung in Kraft und endet mit dem Abschluss aller projektbezogenen Maßnahmen. Dieser Abschluss wird von allen Teilnehmern gemeinsam festgestellt.

Die Projektpartner an der bereits sanierten Stauanlage in Neuendorf, v.l. Umweltamtsleiter Stefan Feder, Dieter Leupold BUND, Ulf Wißler Unterhaltungsverband Milde/Beese, Ralf Meyer BUND, Landrat Michael Ziche, Landrat Patrick Puhlmann

Zum Schutzgebiet:
Das Europäischen Vogelschutzgebiet „Milde-Niederung/Altmark“ (SPA 0009LSA) hat eine Gesamtgröße von 2207 ha und besteht aus zwei Teilbereichen, der nördliche Teil mit einer Größe von 1648 ha wird von der Milde durchflossen, der südliche Teil mit einer Größe von 559 ha wird vom Secantsgraben durchflossen. Charakteristisch für das Schutzgebiet sind die Feuchtwiesen und Niedermoorstandorte, die bei entsprechender Wasserversorgung eine sehr hohe Biodiversität aufweisen.

Die Flächen sind von überregionaler Bedeutung für eine arten- und individuenreiche Wiesenbrutvogelgemeinschaft sowie zahlreiche Zugvögel, die das Gebiet als Rastflächen nutzen.
Besonders hervorzuheben ist der Große Brachvogel, der mit 22 Brutpaaren (2011: 23 Brutpaare, davon 17 BP Secantsgrabenniederung/6 BP Mildeniederung; 2020: 22 BP, davon 14 BP Secantsgrabenniederung/8 BP Mildeniederung) aktuell den in Sachsen-Anhalt größten zusammenhängenden Bestand aufweist.

Das Gebiet wird vornehmlich durch weite und offene, weitgehend ebene Niederungsflächen geprägt, die durch ein eng verzweigtes Grabensystem durchzogen werden. Dieses Gewässersystem entwässert die Niederung seit über 100 Jahren zusätzlich noch intensiver.
Durch die, bereits seit dem 18. Jahrhundert durchgeführten Meliorationsmaßnahmen, unterliegt das Gebiet einer langanhaltenden Regulierung/Absenkung des Oberflächenwasser- und Grundwasserstandes. Dadurch ist häufig ein sehr großer Grundwasserflurabstand vorhanden. Die ehemals bis weit in das Frühjahr hinein vorhandenen flach überstauten Flächen sind nur noch sehr eingeschränkt ausgebildet.

Der Secantsgraben, Gewässer 2. Ordnung, ist zur Regulierung der Wasserstände mit insgesamt sechs Wehranlagen ausgestattet. Die sechste Anlage (Wollenhagener Wehr) wurde bereits im Jahre 2012 zurückgebaut. Das erste Wehr (Neuendorf am Damm) wurde 2017 saniert. Zwischen diesen beiden Anlagen liegen das Kremkauer, das Algenstedter, das Berkauer und das Wartenberger Wehr.
Die Milde, Gewässer 1. Ordnung, wird im Bereich des Vogelschutzgebietes mit zwei Wehranlagen, dem Habichtshorster und dem Mehriner Wehr, angestaut.

Hier gerne die Pressemitteilung.

Text & Bilder_c_Amk

 

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