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Fachtagung zur Ärztegewinnung

Verantwortliche im Altmarkkreis Salzwedel stellen sich Herausforderung der ärztlichen Versorgung | Am 05.11.2019 fand eine Fachtagung statt | Ziel: Lösungen und Maßnahmen für Ärztegewinnung zu entwickeln | Fazit: Das Problem der defizitären ärztlichen Versorgung im Altmarkkreis Salzwedel kann nur gemeinsam durch eine Vielzahl von verbindlichen Maßnahmen gelöst werden.

Altmarkkreis Salzwedel, 06.11.2019: Dem Altmarkkreis Salzwedel ist die ärztliche Versorgung  sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich sehr wichtig. Die gesetzlich festgeschriebene Zuständigkeit für die Sicherstellung und eine bedarfsgerechte Verteilung von ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzten liegt bei der kassenärztlichen Vereinigung. Jedoch müssen und wollen die politisch Verantwortlichen gemeinsam mit den Medizinerinnen und Medizinern vor Ort die Daseinsfürsorge für die Bürgerinnen und Bürger sicherstellen.

Gestern fand aus diesem Grund eine Fachtagung im Rathaus Gardelegen statt. Eingeladen waren Kommunalpolitiker, Mediziner und junge Menschen, die entweder kurz vor dem Abitur stehen oder bereits Medizin studieren. Inhaltlich standen Themen, wie die aktuellen Herausforderungen der Personalgewinnung in der stationären sowie in der ambulanten medizinischen Versorgung auf der Agenda und was Studierende eigentlich erwarten bzw. brauchen, um perspektivisch in der Altmark zu praktizieren und zu leben.  

Landrat Michael Ziche eröffnete die Veranstaltung und erläuterte das Ziel der Zusammenkunft: Die Verabschiedung eines breit getragenen Maßnahmenkataloges, um der Unterversorgung von ambulant und stationär tätigen Medizinern entgegenzuwirken.

Die aktuelle Situation der Ärzteversorgung im ambulanten Bereich stellte der Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung, Herr Martin Wenger, vor. Demnach sind im Altmarkkreis Salzwedel derzeit 15 Hausarztstellen zu besetzen.

Auch das Altmarkklinikum steht in der Personalgewinnung- und Bindung vor großen Herausforderungen, wie der Geschäftsführer der Salus Altmarkholding gGmbH, Herr Hans-Joachim Fietz-Mahlow, betonte. Junge Mediziner und Medizinerinnen erwarten heute feste Arbeitszeiten, die genug Raum und Zeit für Familie und Freizeit lassen. Diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist nicht immer leicht.

Der Impulsvortrag wurde von Professor Dr. Markus Herrmann gehalten. Er begleitet Studierende jährlich im Rahmen des Wahlpflichtfaches „Ländliche Medizin“ in die Altmark. Das Grundproblem, so Herrmann, sei die wenig praxisorientierte Ausbildung von Medizinern. Angehende Ärzte werden in Deutschland viel zu spät mit dem Praktizieren in ländlichen Regionen vertraut gemacht. Der Mediziner, der einen Lehrstuhl an der Universität Magdeburg inne hat, stellte innovative Konzepte anderer Länder vor, die sich schon einige Jahre dem Ärztemangel auf dem Land widmen. Allerdings gäbe es auch in Deutschland genügend gute Ideen, Mediziner in den ländlichen Regionen zu binden.

Konkret schlug Professor Herrmann dem Altmarkklinikum vor, sich stärker der Ausbildung von Medizinern zu widmen. Nur wenn junge Menschen frühzeitig mit einer ländlichen Region vertraut gemacht werden, ist die Chance größer, auch später auf dem Land zu praktizieren. Darüber hinaus müssen viel mehr Medizinstudenten zugelassen werden.

In drei unterschiedlichen Arbeitsgruppen erarbeiteten die Teilnehmenden konkrete Maßnahmen gegen den Ärztemangel im Altmarkkreis Salzwedel. Diese reichen vom Stipendium für Studierende bis hin zur Wohnungsvermittlung und Hilfe bei der Arbeitsplatzbeschaffung für den Partner oder die Partnerin. Die Arbeitsgruppen wurden von der Bürgermeisterin der Hansestadt Gardelegen, Frau Schumacher (kommunale Maßnahmen), dem Allgemeinmediziner Herrn Brendner (Maßnahmen aus medizinischer Sicht) und Frau Kwiatkowski von Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel  (Was wünschen sich junge Menschen?) moderiert.

Landrat Michael Ziche bedankte sich für die konstruktive Mitarbeit: „Die erarbeiteten Maßnahmen zeigen, dass wir nur gemeinsam zum Erfolg kommen. Und wir müssen Geld und Personal bereitstellen.“ Der Altmarkkreis hat insgesamt 130.000,- Euro in den Haushalt 2020 eingestellt. Diese Mittel würden für die Einführung von Stipendien und die Umsetzung der hier erarbeiteten Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Der Maßnahmenkatalog wird dem Fachausschuss und dem Kreistag zur Beratung vorgelegt.
 


Bild_(c)_AMK: Landrat Michael Ziche bei der Eröffnung der Fachtagung.

Bild_(c)_AMK: In drei Arbeitsgruppen wurde der Maßnahmenkatalog erstellt.
 


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