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Aktiver Schutz für die letzten Charaktervögel der Altmark

Erfolgreiche Umsetzung Naturschutzprojekt „Großer Brachvogel“ in Altmark und Börde | Landwirte aktiv mit dabei für den Artenschutz

Altmarkkreis Salzwedel, 23.06.2020: Der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Hans-Günter Benecke hat in Gesprächen mit Landrat Michael Ziche angeregt, sich anzuschauen, wie erfolgreich Projekte im Naturschutz in die Tat umgesetzt werden können. Dazu haben sich Landrat und Naturschutzbeauftragter mit dem Betriebsleiter Lars Blaschke von der Agrarproduktion Lindstedt e.G. heute vor Ort getroffen.

2014 wurde im Rahmen eines ELER-Programms durch die damalige Naturparkverwaltung Drömling das Projekt zum Schutz des Großen Brachvogels initiiert. Auch der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal haben das Projekt in diesem Zeitraum gefördert und unterstützt. Wichtige Partner sind dabei die Landwirtschaftsbetriebe, auf deren Flächen die letzten Brachvögel zur Brut schreiten. Inzwischen haben 18 Betriebe aus dem Altmarkkreis Salzwedel, dem Landkreis Stendal und dem Bördekreis zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes beigetragen. Aber auch die Jagdpächter, mit ihren Bemühungen zur Regulierung der Prädatoren, waren aktive Begleiter.
Der Naturschutzbeauftragte des Altmarkkreises Salzwedel, Hans-Günter Benecke, hat in dieser Zeit das Projekt aktiv begleitet und erfuhr dabei u.a. auch Unterstützung durch die mit der Vogelart sehr vertrauten Artenschützern Michael Arens, Johannes Braun, Klaus-Jürgen Seelig und Ulf-Gerd Damm.  

Als landwirtschaftlicher Betrieb war die Agrarproduktion Lindstedt e.G. von Anfang an mit dabei. Bereits vor Projektbeginn wurde schon unter der Leitung von  Reinhard Schumann viel für den Naturschutz des Brachvogels getan. Auch nach der Betriebsübernahme durch Lars Blaschke wurde diese gute Zusammenarbeit fortgeführt und noch vertieft. Auf den Flächen des Betriebes siedeln jährlich bis zu 7 Paare, meist außerhalb des Schutzgebietes. Das ist die Hälfte der im Bereich der Secantsgraben-Niederung erfassten Paare. Jährlich werden auf den Flächen der Agrargenossenschaft Lindstedt Jungvögel flügge. Was auch durch zwei spätere Ringrückmeldungen aus Frankreich belegt ist.
Das Gebiet des Altmarkkreises Salzwedel gilt als naturnaher Raum. Seine Fläche besteht zu jeweils etwa einem Drittel aus Wald, Wiesen und Ackerflächen. Um diesen Einklang mit der Natur auch für die Menschen erlebbar zu machen bzw. zu erhalten, unterstützt der Landkreis seit seinem Bestehen die vielfältigsten Naturschutzprojekte“, sagt Landrat Michael Ziche, „so wurden durch den Landkreis für dieses Projekt neben der personellen und fachlichen Begleitung als untere Naturschutzbehörde auch die finanzielle Absicherung in den Jahren 2015 und 2016 über Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgenommen“.
Er weiter:“ Ich danke allen Beteiligten für ihre Unterstützung und ihr persönliches Engagement für einen aktiven Artenschutz, insbesondere der Agrargenossenschaft Lindstedt, die heute stellvertretend für alle beteiligten Landwirte den Dank in Empfang nehmen darf. Mit dem Hintergrund des aktuellen Geschehens, waren wir in den letzten Wochen alle froh, die Natur vor der Haustür zu haben, das soll auch so bleiben“, so der Landrat abschließend.

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Zwischenzeitlich konnte das Projekt wieder im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling (LSA) im Rahmen der Artensofortförderung fortgesetzt werden. Das Projektgebiet umfasst die EU-SPA-Gebiete Drömling und Milde-Niederung/Altmark mit den zwei Teilbereichen Milde-Niederung und Secantsgraben-Niederung sowie den angrenzenden Flächen.
Der Brachvogel wird in den Roten Listen sowohl in Deutschland als auch in Sachsen-Anhalt als vom Aussterben bedrohte Art geführt. Dramatische Bestandsrückgänge, allein im ehemaligen Gebiet des Bezirks Magdeburg verdeutlichen die Situation - von ca. 250 Paaren im Jahr 1980 ging die Zahl 1989/90 auf knapp 150 Paare und bis heute auf etwa 50 Paare in ganz Sachsen-Anhalt zurück.
Um diesen Trend aufzuhalten wurde 2014 das Projekt zum Schutz des Großen Brachvogels mit Schwerpunkt >Gelegeschutz<  begonnen.
Mit der Ermittlung der besetzten Reviere wird jährlich die Grundlage für weitere Schutzmaßnahmen gelegt. Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass seit Beginn des Projektes im Jahr 2014 der Bestand auf niedrigem Niveau mit je 25 anwesenden Paaren/Jahr stabil blieb.

>> Zahlen & Übersichten sind in der Pressemitteilung zu finden.

Bild_(c)_AMK: v.l. Naturschutzbeauftragter H.-G. Benecke, L. Blaschke u. G. Riewe von der Agrarproduktion e.G., A. Jacobs vom Bauernverband und Landrat Michael Ziche

Bild_(c)_AMK: Vorortbesichtigung der Brutflächen
Bild_(c)_H.-G. Benecke: Brachvögelpaar im Grünland

Bilder 1 & 2_ (c)_AMK
Bild Brachvögel_(c)_H.-G. Benecke
Text_(c)_AMK/H.-G. Benecke


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