Ansprechpartner & mehr

Pressemitteilungen & Pressebilder RSS Icon

Von mangelnder Beständigkeit, Cyantopien und Schlüsselmomenten der Geschichte

Ausstellungsbild Fuss 2 (c) Adelheid FussVeranstaltungen im Juni 2026 im Johann-Friedrich-Danneil-Museum

Donnerstag, 18. Juni, 17:00 Uhr | Ausstellungseröffnung
Keine Beständigkeit
Arbeiten von Adelheid Fuss und Johannes Weilandt
Stipendiaten im Salzwedeler Künstler- und Stipendiatenhaus des Jahres 2025
Traditionell gibt das Danneil-Museum den bildenden Künstlern, die im Vorjahr als Stipendiaten in Salzwedel weilten, ein Podium für ihre Werke. Im Jahre 2025 waren das Adelheid Fuss aus Potsdam und Johannes Weilandt aus Berlin.

Adelheid Fuss
Die Bildhauerin und Grafikerin hat sich im Rahmen ihres Stipendiums mit der Frage nach der Verbindung von Geografie und Biografie sowie der Konstruktion von Identität beschäftigt. Entstanden sind portraithafte Darstellungen von Menschen, kombiniert mit landschaftlich anmutenden Elementen. In der Ausstellung werden auch Arbeiten zu sehen sein, die direkt vor und nach dem Aufenthalt in Salzwedel entstanden sind.

Adelheid Fuss wurde 1977 in Rumänien geboren und lebt seit 1987 in Deutschland. Sie studierte Bildhauerei an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale und an der Hochschule der Bildenden Künste Athen. Seit ihrem Studienabschluss lebt und arbeitet sie in Potsdam.

2021 erhielt sie den Brandenburgischen Kunstpreis für Grafik. 2024 und 2025 folgten mehrere Stipendien für artist in residence Aufenthalte in Deutschland und der Schweiz. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen, deren Beziehungen zueinander und zu unserer sich stets verändernden Welt.

Ausstellungsbild Weilandt 2 (c) Johannes WeilandtJohannes Weilandt
Während seines Stipendienaufenthaltes im Künstler- und Stipendiatenhaus Salzwedel setzte sich der bildende Künstler Johannes Weilandt ausgehend von seinen zeichnerischen Studien eines Schädelpräparats aus den Meckelschen Sammlungen des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der MLU Halle-Wittenberg mit der sogenannten „Gallschen Schädellehre“ auseinander. Benannt nach dem deutschen Arzt Franz Joseph Gall (1758-1828) behauptete diese, anhand rein äußerlicher Merkmale die Veranlagung und den Charakter eines Menschen bestimmen zu können.

In der Ausstellung werden Zeichnungen zu sehen sein, die während des Stipendienaufenthalts aus einer kritischen künstlerischen Auseinandersetzung mit den verheerenden Folgen der inzwischen wissenschaftlich widerlegten Schädellehre hervorgegangen sind. Gerahmt werden die Zeichnungen von früheren Arbeiten, die sich bereits mit der Institutionalisierung des menschlichen Körpers in medizinhistorischen Sammlungen und damit verbundenen, repräsentationsethischen Fragestellungen auseinandersetzten.

Johannes Weilandt lebt und arbeitet in Berlin und Halle Saale. Er studierte Freie Kunst / Bühnen- und Kostümbild an der Weißensee Kunsthochschule Berlin und der Universität der Freien Künste Belgrad. 2022 erhielt er den Meisterschülertitel. Seinen Arbeiten gehen zumeist intensive Recherchen in medizinhistorischen Sammlungen und Archiven voraus.


Samstag, 20. Juni, 14:30–17:30 Uhr | Workshop

Mit Licht malen – Cyanotypie-Workshop
Am Samstag, den 20. Juni, findet von 14:30 bis 17:30 Uhr ein offener Workshop zur Cyanotypie statt, der Interessierten die Möglichkeit bietet, diese besondere fotografische Technik kennenzulernen. Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum; Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Das ursprünglich im 19. Jahrhundert entwickelte Verfahren erfährt heute eine künstlerische Renaissance und eröffnet vielfältige gestalterische Möglichkeiten – von detailreichen Pflanzenabdrücken bis hin zu experimentellen, beinahe ätherisch wirkenden Bildkompositionen.
Die Künstlerin Adelheid Fuss, Mitausstellerin und Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung „Keine Beständigkeit“, führt in einem Workshop in die unterschiedlichen Möglichkeiten der Technik ein. Die Teilnehmenden gestalten eigene kleinformatige Werke. Hierfür werden Pflanzen, Alltagsgegenstände oder Zeichnungen auf lichtempfindliches Papier gelegt und mithilfe von Sonnenlicht belichtet. Durch anschließendes Auswaschen mit Wasser entstehen die charakteristischen intensiven Blautöne, die der Cyanotypie ihren unverwechselbaren Ausdruck verleihen.
Die im Workshop entstandenen Arbeiten können von den Teilnehmenden im Anschluss mitgenommen werden.

Wir bitten um Anmeldung unter: info@danneil-museum.de
Dienstleistungsentgelt: 3,00 €


Donnerstag, 25. Juni, 18:00 Uhr | Buchvorstellung

Dr. Winfried Bettecken/Prof. Dr. Matthias Puhle: Von Sachsen-Anhalt in die Welt. Schlüsselmomente der Geschichte
Sachsen-Anhalt ist quasi die Wiege Deutschlands, hier hatte das spätere Heilige Römische Reich im Mittelalter seinen geografischen und politischen Mittelpunkt. Otto der Große und seine Nachfahren, die Ottonen, gehörten um 1000 zu den mächtigsten Herrschern weltweit. In den folgenden Jahrhunderten gingen bis in die Gegenwart vom heutigen Bundesland bedeutende Impulse für Wissenschaft und Technik, Politik, Kunst oder Sport aus.
Die beiden Autoren Winfried Bettecken und Matthias Puhle haben in 70 Beiträgen derartige „Schlüsselmomente der Geschichte“ allgemeinverständlich aufbereitet und fesselnd erzählt.

Am 25. Juni sind sie in Salzwedel zu Gast und stellen ihre aufschlussreiche Reise in die Vergangenheit in Buchform vor – am historischen Ort des Geburtshauses von Jenny Marx, denn die gebürtige Salzwedelerin kommt natürlich ebenfalls im Buch vor.

Die Veranstaltung findet im Saal der Kreismusikschule Salzwedel statt.
Der Eintritt ist frei.