Aktuelle Risikoeinschätzung | Aufstallungspflicht bleibt bis auf Widerruf bestehen
Altmarkkreis Salzwedel, 04.12.2025: Die Geflügelpest (HPAI H5N1) verbreitet sich aktuell weiterhin in Deutschland und Europa aus. Im Zeitraum 01.10. - 05.11.2025 wurden bundesweit 66 Ausbrüche in Geflügelhaltungen sowie 406 Wildvogel-Nachweise registriert. Das FLI sieht eine insgesamt deutlich erhöhte Risikosituation, insbesondere aufgrund der großen Zahl infizierter Zugvögel.
Seit Oktober 2025 wurden in Sachsen-Anhalt landesweit 156 Wildvögel positiv auf HPAI getestet. Zudem kam es zu zwei Geflügelpest-Ausbrüchen in Wirtschaftsgeflügelbeständen am 30.11.2025 und 27.11.2025, zuletzt in einem Entenmastbetrieb mit 66.500 Tieren im Landkreis Anhalt-Bitterfeld.
Auch im Altmarkkreis Salzwedel wurden verendete Wildvögel aufgefunden. Seit dem 20. Oktober 2025 waren es insgesamt 78 verendete Wildvögel. Die Mehrheit der Tiere waren Kraniche, daneben Bussarde, Habichte, Krähen, Tauben, Singvögel, Schwäne, Wildgänse und Eulen. Von den 78 Tieren wurden 41 zur Untersuchung eingesandt.
Untersuchungsergebnisse der 41 Wildvögel:
- 24 bestätigte Fälle von hochpathogener aviärer Influenza (HPAI, Subtyp H5N1) durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
- 15 negative Befunde
- 2 Proben aufgrund fortgeschrittener Verwesung nicht untersuchbar
Einzelfund Waschbär:
Bei einem im Jagdrevier Packebusch erlegten Waschbären ergab eine Monitoring-Untersuchung des Landesamtes für Verbraucherschutz ein schwach positives Ergebnis für hochpathogene aviäre Influenza vom Subtyp H5. Gehirnmaterial des Tieres wurde zum FLI für eine weitere Charakterisierung gesandt. Aufgrund geringer Viruslast konnte dort kein Virusnachweis mehr erfolgen.
Risikoeinschätzung:
Das Friedrich-Loeffler-Institut bewertet das Risiko der Ausbreitung von HPAI-H5 in Wildvogelbeständen, den Eintrag in Geflügelhaltungen sowie mögliche Sekundärausbrüche weiterhin als hoch. Vor allem der Kranichzug führte zu einer erhöhten Viruszirkulation.
In den vergangenen 14 Tagen hat sich das Geflügelpestgeschehen im Altmarkkreis Salzwedel deutlich beruhigt. Seit einer Woche wurden dem Amt für Verbraucherschutz und Gesundheit keine neuen Totfunde mehr gemeldet. Trotz dieser positiven Entwicklung ist aufgrund der weiterhin hohen Virusaktivität in der Wildvogelpopulation auch in den kommenden Wochen mit möglichen weiteren Nachweisen zu rechnen. Aus diesem Grund bleibt die Aufstallungspflicht für Geflügel im gesamten Kreisgebiet zunächst bestehen. Der Altmarkkreis Salzwedel beobachtet die Lage fortlaufend, steht im engen Austausch mit dem Landesamt für Verbraucherschutz sowie dem Friedrich-Loeffler-Institut und aktualisiert die Risikobewertung regelmäßig.
Sofern keine neuen Meldungen zur Geflügelpest eingehen, ist aus heutiger Sicht mit einer Aufhebung der Aufstallungspflicht noch im Laufe des Jahres 2025 zu rechnen.
Geflügelhaltende sind weiterhin verpflichtet, alle Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten und ungewöhnliche Tierverluste sofort zu melden.
Tot aufgefundene Wildvögel sollen nicht berührt oder umgesetzt werden. Bitte melden Sie Funde umgehend dem Amt für Verbraucherschutz und Gesundheit, damit eine sichere Bergung erfolgen kann.
>> Hier die Pressemitteilung in PDF.