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Am 7. März 2023 ist Equal Pay Day

2022 Frauen um 18% geringeren Bruttostundenlohn als Männer | Gleichstellungsbeauftragte macht auf Ursachen für Verdienstunterschiede aufmerksam

Foto: Businessfotografie (c) Inga HaarAltmarkkreis Salzwedel 06.03.2023: Der 7. März markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland umsonst arbeiten - im Gegensatz dazu werden Männer schon seit dem 1. Januar eines Jahres für ihre Arbeit bezahlt. Auf diesen Unterschied des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes von Männern und Frauen innerhalb eines Jahres (Gender Pay Gap) möchte auch die Gleichstellungsbeauftragte des Altmarkkreises Salzwedel aufmerksam machen.

Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2022 einen um 18 % geringeren Bruttostundenlohn für Frauen im Vergleich zu Männern errechnet. Umgerechnet ergeben sich aus dem Prozentsatz 66 Tage (18 % von 365 Tagen) und damit das Datum des diesjährigen Equal Pay Day: der 07. März 2023.

Während der Verdienstabstand im Bundesdurchschnitt bei 18% lag, ergab sich in den alten Bundesländern einschließlich Berlin eine Lücke von 19%. Der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der Frauen in Sachsen-Anhalt lag 2022 unbereinigt um 6% unter dem der Männer. Gegenüber dem Vorjahr sank der Gender Pay Gap um einen Prozentpunkt. Was auf den ersten Blick für das Land Sachsen-Anhalt als positive Entwicklung erscheint, gilt nicht uneingeschränkt. Das Statistische Landesamt hat hier in einigen Bereichen hohe Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern festgestellt. So lag beispielsweise der Gender Pay Gap bei Frauen und Männern mit dem Ausbildungsabschluss Promotion/Habilitation bei 23%. Nach Branchen betrachtet ergibt sich im Gesundheits- und Sozialwesen die größte Lohnlücke mit 21%. In Betrieben mit Tarifbindung lag der Gender Pay Gap bei 5%, in Betrieben ohne Tarifbindung bei 11%.

Frauen und Männer wählen meist verschiedene Berufsfelder
Viele frauentypische Berufe werden traditionell unterbewertet und demzufolge schlechter bezahlt. In bestimmten Berufsgruppen und auf den höheren Karrierestufen fehlen Frauen häufig ganz. Um jungen Menschen auch außerhalb geschlechtstypischer Berufe Perspektiven aufzuzeigen, ruft der Altmarkkreis Salzwedel jedes Jahr zur Teilnahme am Girls’Day oder Boys’Day auf und beteiligt sich aktiv daran.

Auch die Erwerbsbiografien unterscheiden sich. Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt oder aufgrund schlechterer Einkommensaussichten häufiger und länger als Männer.

Studien belegen, dass die Ursachen für die Verdienstunterschiede vielfältig sind und sich gegenseitig bedingen. Die Gleichstellungsbeauftragte Claudia Masuch sagt dazu: „Ganz besonders im ländlichen Raum sehen wir, dass Frauen mit Kindern häufig keine andere Wahl haben, als zugunsten des besserverdienenden Familienvaters beruflich zurückzustecken und ihm für die Sicherung des Familieneinkommens den Rücken freizuhalten. Gleichzeitig fühlt sich ein großer Teil der Männer in der traditionellen Rolle als „Familienernährer“ nicht mehr wohl. Immer mehr Vätern ist es wichtig, Zeit mit der Familie zu verbringen und ihren Anteil an der Sorgearbeit zu leisten. Eine geschlechtergerechte Bezahlung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass eine partnerschaftliche Aufgabenteilung in den Familien überhaupt möglich ist.“

Weitere Informationen zum Equal Pay Day gibt es unter www.equalpayday.de

Entgelttransparenzgesetz
Diee Bundesregierung hat im Jahr 2017 das Entgelttransparenzgesetz auf den Weg gebracht. Seit dem 6. Januar 2018 können demnach Beschäftigte bei ihrem Arbeitgeber einen Auskunftsanspruch über die Lohnstrukturen am Arbeitsplatz geltend machen und Transparenz einfordern. Damit sind auch die Unternehmen gefordert, sich mit den Entgeltstrukturen auseinanderzusetzen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet Unternehmen hierfür den Entgeltgleichheits-Check an. Das Prüfinstrumentarium kann ungleiche Bezahlung sichtbar machen. Es ist zu finden im Internet unter www.eg-check.de  

>> Hier die Pressemitteilung in PDF.