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Umwelt

Kleinkläranlagen - Selbstüberwachung und Wartung - Was ist neu?

Vermehrte Nachfragen Betroffener sollen zum Anlass genommen werden, einige allgemeine Hinweise zur erforderlichen Selbstüberwachung und Wartung von Kleinkläranlagen (KKA) zu geben.

Für Kleinkläranlagen, also Anlagen zur Behandlung von häuslichem Abwasser für bis zu 50  Einwohnern, gelten ähnliche Anforderungen, wie für größere Kläranlagen.

Gesetzlich geregelt ist dies im Wasserhaushaltsgesetz, wonach Anlagenbetreiber sicher stellen müssen, dass ihre Anlagen funktionieren und eine Gefährdung der Umwelt durch die Anlagen ausgeschlossen werden kann.

Wie dies erfolgen soll, wurde in verschiedenen Verordnungen festgelegt, die Eingang in die wasserrechtlichen Erlaubnisse finden.

Für KKA mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung vom Bauinstitut (BI) in Berlin ist die Anzahl der erforderlichen Wartungen pro Jahr im Zulassungsbescheid des BI geregelt, meist ist eine halbjährliche Wartung vorgeschrieben.

Grundsätzlich ist es so, dass Kleinkläranlagen (KKA) ohne allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ebenfalls mindestens halbjährlich zu warten sind. Dazu zählen der optimierte Sandfiltergraben, Teichanlagen, Pflanzenbeete und andere.

Bei der Wartung soll die Kontrolle aller technischen Einrichtungen (z.B. Pumpen) und aller sonstigen Anlagenteile erfolgen. Weiterhin ist die Schlammspiegelhöhe in der KKA festzustellen und ggf. eine  Schlammabfuhr zu veranlassen.

Bei jeder Wartung ist eine qualifizierte Stichprobe am Ablauf der Anlage zu entnehmen. Dabei sind folgende Parameter untersuchen zu lassen: CSB, BSB5, pH-Wert und absetzbare Stoffe.

Die Wartung kann nicht von jedem selbst erfolgen. Personen und Firmen, die mit der Wartung beauftragt werden, müssen die erforderliche Fachkunde, einen Fachkundenachweis (z.B. zertifizierter Wartungslehrgang der DWA) erbringen. Bevor Sie einen Wartungsauftrag vergeben, sollten Sie sich diesen Nachweis vorlegen lassen.

Eine Auflistung von Wartungsfirmen mit den entsprechenden Fachkundenachweis kann bei der unteren Wasserbehörde oder den zuständigen Wasserverbänden abgefordert werden.

Laut Kleinkläranlagenüberwachungsverordnung (KKAÜVO) sind seit dem letzten Jahr die Wasserverbände zuständig für die Überwachung der Selbstüberwachung von Kleinkläranlagen.

Das heißt für alle betroffenen Bürger, dass die Wartungsprotokolle mit den Beprobungsergebnissen ab 2013 dem jeweils zuständigen Wasserverband vorzulegen sind.

Der Wasserverband ist gesetzlich gehalten, die Wartungsprotokolle zu kontrollieren und auf Einhaltung des Wasserrechts zu prüfen und dann alle 2 bis 3 Jahre der Wasserbehörde einen Bericht in Auswertung der Kontrollen vorzulegen.

Die Verbände sind befugt, Nachbeprobungen sowie die Beseitigung von Mängel und Schäden in angemessener Frist zu fordern.

 

Für weitere Fragen stehen die Sachbearbeiterinnen des Amtes für Wasserwirtschaft und Naturschutz Frau Bierstedt (03901-840 682) und Frau Börnecke (03901-840 683) zur Verfügung.

 

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