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Umwelt

PM: vom 30.07.2012 Keine Angst vor Hornissen

In den letzten Wochen gehen im Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz des Altmarkkreises Salzwedel verstärkt Anrufe von besorgten Bürgern ein, die wissen wollen, was man gegen Hornissen in unmittelbarer Wohnumgebung tun kann.

Die einheimische Hornisse (Vespa crabro) zählt wegen ihrer akuten Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten Tierarten in Deutschland und ist nach der Bundesartenschutz-verordnung (BArtSchVO Anlg. I) i.V.m. § 44 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) gesetzlich geschützt.

Sie darf nicht getötet und ihr Nest darf nicht zerstört werden!
Ordnungswidrigkeiten gegen diese Verbote bei vorsätzlichen oder fahrlässigen Verstößen können mit bis zu 50.000 Euro Bußgeld geahndet werden.

Von vielen Bürgern werden Hornissen heute noch aufgrund falscher Vorstellungen über Verhaltensweisen und die Wirkung ihrer Stiche als „gefährliche Tiere“ eingestuft.
Grundsätzlich sind Hornissen harmlos. Sie fliehen normalerweise bei Bedrohung. Nur in einem Umkreis von 3 – 4 Metern vom Nest sollte man mit schnellen Bewegungen und größeren Erschütterungen vorsichtig sein, da sich Hornissen im direkten Nestbereich verteidigungsbereit zeigen.

Sollten Hornissennester aus besonderen Gründen wie u.a. Allergien, Bauarbeiten oder Betroffenheit des unmittelbaren Wohnbereichs nicht an ihrer ursprünglichen Stelle verbleiben können, ist eine Umsiedlung, nur in Härtefällen das Abtöten, erforderlich.

Die Umsetzung bzw. Tötung bedarf gemäß § 45 Abs. 7 BNatSchG der Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von den Verboten des § 44 BNatSchG. Diese wird auf Antrag durch den Altmarkkreises Salzwedel als untere Naturschutzbehörde (UNB) erteilt. Um eine schnelle Bearbeitung zu ermöglichen, sollte im Antrag die Lage des Hornissennestes dargestellt und die Notwendigkeit der Ausnahme begründet werden.
Nach Erteilung der Ausnahme erfolgt die Umsetzung des Nestes oder das Abtöten Hornissen durch qualifiziertes Personal. Aktuelle Telefonnummern erhalten die Bürger bei der UNB.

Die Erteilung der Ausnahmegenehmigung und die Leistungen für die Umsetzung bzw. das Abtöten sind kostenpflichtig und sind durch den Antragsteller zu tragen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die untere Naturschutzbehörde im Amt für Wasserwirtschaft und Naturschutz  des  Altmarkkreises Salzwedel,  Ansprechpartner ist Herr Bierstedt, Telefon 03901 840-661, E-Mail: karsten-bierstedt@altmarkkreis-salzwedel.de.

 

 

 

Bild: R. ltenkamp, Berlin
Vorschaubild: Christian Olsen

 

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